Region

Das obere Müglitztal ist seit mehr als 800 Jahren besiedelt. Zur Grenzsicherung seiner Besitztümer verlieh der Markgraf von Meißen Ländereien im Grenzgebiet zu Böhmen, im so genannten Schwarzen Gebirge. Um die Festen, welche dadurch entstanden, siedelte man zur Kolonisierung Bauern aus dem Fränkischen in dieser Gegend an. Der bis dahin existierende dichte Eichen- und Buchenwald wurde gerodet und das Land für den Ackerbau urbar gemacht. Der Boden gab nicht viel her und war übersättigt mit Steinen. Von den Mühen der Bauern, diesen Boden zur Ernährung zu nutzen, zeugen heute noch die ausgeprägten „Steinrücken“. Diese entstanden aus den auf den Feldern gesammelten Steinen. Sie sind also Zeugnis der Mühe und gleichzeitig Grenzmarkierungen der einzelnen Ländereien. Durch ein Gesetz in Sachsen durften diese Ländereien nicht geteilt werden, weder durch Erbe, noch durch Verkauf. Die Steinrücken wurden somit zu landschaftsprägenden Elementen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und deren Kollektivierung, seit Mitte des 20. Jahrhunderts, kam es teilweise zum Verschwinden dieser landschaftstypischen Steinrücken. Nur noch in den höheren und stark strukturierten Lagen der landwirtschaftlichen Nutzflächen blieben diese Steinrücken erhalten. Oder sind Reststücken umgeben von Buschwerk und kleinen Baumgruppen.
Geht man den Wanderweg von Glashütte über Johnsbach nach Bärenstein, so durchwandert man diese gesamte Bandbreite der Landschaftsgestaltung. Von Glashütte nach Johnsbach ist der Höhenzug geprägt durch großflächige Felder. Nur noch an den Steilhängen zum Müglitztal und Prießnitztal finden wir Reste der alten Struktur. Hinter Johnsbach wird die Landschaft strukturierter. Die Gemarkungen sind durch die Steinrücken klar gekennzeichnet. Kleine Flächen von Äckern und zunehmend Wiesen und Weiden wechseln sich mit Wald ab. Der Weg schlängelt sich nun durch die Landschaft und lässt immer wieder neue Sichtachsen zu.

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